Sieben Jahre Dekonditionierungsprozess

Oder Das Durchstreifen des alten Landes mit neuen Augen

das alte Land mit neuen Augen sehen
Dekonditionierung – Mit neuen Augen sehen

das, was falsch ist, wird noch falscher

das, was wehtut, wird noch schmerzhafter

das, was untergründig eitert, platzt endlich auf

das, was heil sein will, ruft lauter

das abstreifen der masken, mal schnell, mal langsam, mal unmerklich

die ersten atemzüge der freiheit

die schmerzen beim ablösen vom alten

das unumkehrbare erkennen

das bejahen der eigenen würde

dem eigenen schatten zuhören

lachen

sich erlauben man selbst zu sein

das sich-zumuten-dürfen erlernen

die verbündeten erkennen

den körper heilsprechen

das sich-befreunden mit dem fremden in mir

sich trauen, die klarheit des eigenen lichts zu zeigen

grundloses glücklichsein

aus den zwangsrollen aussteigen

das annehmen der eigenen lebendigkeit

vorstellungen fallenlassen

sich dem eigenen echolot anvertrauen

wurzeln in sich selber schlagen

die eigenen missgeschicke und umwege feiern

den zauber des zulassens erfahren

nicht-einmischung in innere und äußere prozesse

die anderen in ihrer schönheit erleben

den schatten umarmen und mit ihm tanzen

das leben mit allem, was es bringt, annehmen können

leicht werden

dankbar sein

 

Der Dekonditionierungsprozess

Sturmflutglocke -Der Dekonditionierungsprozess ist nicht immer leicht
Der Dekonditionierungsprozess ist nicht immer leicht

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ist vielmehr Ausdruck meiner momentanen Verfassung. Jeder Prozess ist einmalig und nicht vergleichbar. Wer sich einlässt auf diesen Weg hin zu persönlicher Integrität und Wahrheit, der gerät auch immer mal wieder in Stürme und Untiefen.

Die eigenen Themen können nicht verfehlt werden. Es gibt keine falschen Wege. Doch ob ich meinen Themen in Leid begegne oder sie erfüllend erlebe, ist eine Frage der inneren Haltung. Human Design ist ein Werkzeug, das genau an diesem Dreh- und Angelpunkt ansetzt. Es vermindert sozusagen peu a peu die Störgeräusche und gibt uns einen klareren Blick auf uns selbst und die Welt, in der wir leben.

Selbstliebe

Selbstliebe hat nichts mit narzisstischer Zurschaustellung zu tun. Sie ist erst einmal nichts weiter als Freundlichkeit zu uns selbst. Daraus erwächst dann Freundschaft und das Erkennen der ureigenen Integrität. Zu sich selber stehen zu können, durch alle Höhen und Tiefen hindurch, ist ein großes Geschenk.

Frieden, Erfüllung, Erfolg und Überraschung warten nicht erst am Ende des Weges. Der Topf voll Gold ist schon in dir vorhanden.

Willkommen in der Nicht-Selbst-Welt 2: Das Ajna

Titelbild Gehirn in Glühbirne - Das Ajna und das Denken im Nicht-Selbst

Heute: Denkste!

Wie das Ajna im Nicht-Selbst unser Leben leitet – und wie es besser geht.

Folgst du immer noch Descartes‘ „Ich denke, also bin ich“ – Dem vielleicht größten Trugschluss des Homo sapiens?

Oder hältst du es lieber mit Juliane Werding: „Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst…“?

Oder wie wäre es mit Platons Sokrates, der bekennt: „Ich weiß, dass ich nicht weiß?“

Moderner sagt es Einstein: „Je mehr ich weiß, desto mehr erkenne ich, dass ich nichts weiß.“

Doch wir leben weiterhin in der Höhle und starren auf die Schatten an der Wand, geben ihnen Worte und Namen. Nomen est omen? Oder sind Namen doch eher Schall und Rauch?

Wie dem auch sei, eins steht fest: Der moderne Mensch denkt sich so einiges, und zwar den lieben langen Tag und schier ununterbrochen. Jeder hat eine Meinung, die gerade heutzutage auch permanent über jeden Kanal nach außen geblasen wird wie kalte Luft aus der Klimaanlage. Und natürlich hat jeder auch noch Recht, was bisweilen mit aller Macht demonstriert wird. Das Schlimmste aber: Der Großteil dieses Gedanken sind wenig mehr als Datenmüll.

Cassetten-Bandsalat, Ajna-Wirrwarr
Nur noch Müll

Dennoch identifizieren sich die meisten so sehr mit ihrem Denken, dass sie nicht imstande sind, diese Identifizierung überhaupt bemerken zu können. Das Ich sitzt gleichsam im Kopf und wähnt sich als unübertroffen und einzig.

Erst wer einmal durch Meditation oder eigene unaufhörliche Sorgen darauf aufmerksam wird, dass die eigenen Gedanken vielleicht nichts weiter sind als ein unaufhörlicher Fluss von Worten, Bildern, Geschichten, Ideen, Schlussfolgerungen und Sinnlosigkeiten, der wagt – vielleicht – einen kurzen Blick auf das, was angeblich „Sender“ dieser Flut ist und fragt sich verdutzt, wie gut Tiere es haben mögen.

Die Gedanken sind frei. Du kannst alles denken. Du kannst mit Ihnen in die Zukunft, Vergangenheit, ins Weltall, den Erdkern, in ein Atom und in die Phantasie reisen. Es gibt keine Grenzen. Das Problem entsteht tatsächlich eigentlich erst, wenn wir unsere Gedanken ernst nehmen, sie befolgen, Ideen vorschnell umsetzen, oder wenn wir ihnen soviel Macht über uns geben, dass sie uns beherrschen. Besessen von bestimmten Gedanken zu sein, kann eine Qual sein.

Doch wer bestimmt, dass wir ihnen folgen müssen? Wer oder was ist dieses“Ich“, dass da scheinbar im Kopf sitzt und den Kutscher unseres Lebens mimt? Das „ich“, das sich pausenlos aus dem Gedankenfluss einzelne Dinge herausfischt und sich darüber aufregt? Das Nicht-Selbst, das dem Ajna entspringt, ist so häufig verbreitet, dass es wirklich niemandem aufzufallen scheint.

Allenfalls ein paar Mystiker und Weise fragen: Könnten wir nicht auch einfach  in Gleichmut verweilend dem ewigen GedankenStrom einfach beim Vorüberschwimmen zusehen? Und was wäre dann?

Frau am Fluss
Photo by Julia Caesar on Unsplash

„Du kannst zwar alles essen, aber du musst nicht alles wissen“, so sagte meine Schwester zu mir, als ich noch klein und doch schon sehr, sehr neugierig war und sie immerzu Löcher in den Bauch fragte. Lustigerweise war ihr Lieblingskuscheltier ein Hase, den sie nach dem TV-Comic-Star Bugs Bunny taufte: „Mein Name ist Hase, ich weiß Bescheid!“

Na ja, essen mag ich sicher nicht alles, aber theoretisch wäre es zumindest möglich. Alles wissen? Nein, niemals. Das ist schade und gut zugleich. Das lässt nämlich Raum, die Welt und sich selbst zu entdecken. Das ist deine Reise.

Willkommen in der Nicht-Selbst-Welt 1: Das Kopfzentrum

Heute: Kopfzerbrechen

Mentale Belastung und Druck durch Verwirrung, Zweifel, Grübeln, Denken nonstop, Warum-nur?- und Hätte-bloß!-Denken, Bilderflut, Stimmenhören, Kopfdruck, Migräne, keinen Sinn finden können, alles in Frage stellen, schlaflose Nächte im Gedankenkarussell, die Millionen ungelösten Fragen der Menschheit und die Suche nach der Wahrheit,  Fragen über Fragen und kein Ende abzusehen – – – puuuuuuuuuuuh…

Beitragsbild Kopfzerbrechen - Das Nichtselbst im Kopfzentrum
Kopfzerbrechen – Das Nichtselbst im Kopfzentrum

Oder mit anderen Worten: Versuchst du immer noch Fragen zu lösen, die nichts mit dir und deinem Leben zu tun haben?